Silikonformen für Tortendeko selber machen, So geht’s

Heute möchte ich dir zeigen wie du Silikonformen, auch genannt Moulds, für deine Tortendekoration selber herstellen kannst. In dieser Anleitung erkläre ich dir Schritt für Schritt alles was dafür nötig ist.


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Was ist ein Mould?

Zuerst einmal möchte ich  dir den Fachbegriff erklären. Der Begriff „Mould“ kommt aus dem englischen und heißt übersetzt so viel wie Form oder Gießform. Damit ist eigentlich schon klar worum es geht.

Ein Mould im Bereich Backen und Tortendeko ist eine Silikonform mit der du kleine Accessoires für deine Torten herstellen kannst. Entweder nimmst du zum befüllen dieser Moulds etwas Fondant, oder du gießt einfach flüssige Schokolade oder Zuckerguss in die Silikonform.

Meine Silikon-Moulds

Meine Silikon-Moulds

Das Material Silikon

Silikon selber ist ein sehr elastisches, strapazierfähiges und gummiartiges Material, welches aus Silitzium und anderen Bestandteilen hergestellt wird.

Das Abformsilikon welches du für deine Tortendekoration benötigst, besteht aus 2 Komponenten. Zum einen dem Silikongummi und zum anderen dem Vernetzer.

Beide Teile werden in einem bestimmten Verhältnis mit einander vermischt. Mit der daraus entstehenden zähflüssigen Masse, stellst du dir dann deine eigenen Mould (Silikonformen) her.

Worauf solltest du beim Silikon achten.

Da du das Silikon zur Herstellung deiner Dortendeko benutzen möchtest, solltest du darauf achten, das du unbedingt eine Silkonmasse mit Legensmittelfreigabe verwendest. (Umgangssprache: Lebensmittelecht)

In der Regel solltest du auf der Internetseite des Herstellers ein entsprechendes Zertifikat dazu finden und auch auf der Verpackung findest du einen entsprechenden Hinweis wie FDA oder die Richtlinien. Das Silikon, welches ich hier verwende, hat eine Lebensmittlfreigabe. Die fertigen Formen sind absolut geruchlos, was ich von einigen gekauften Formen nicht sagen kann.

Silikon mit Lebensmittelfreigabe

Silikon mit Lebensmittelfreigabe

Im Umkehrschluss bedeutet das zudem, das Gerüche kleinste Partikel darstellen, die von der Nase aufgenommen werden können. Also müssen ja Stoffe nach außen treten. Das von mir verwendete Silikon hat das nicht, womit ich annehme, das es frei von Lösungsmitteln ist.

Ich habe lange gesucht, bis ich ein meiner Meinung nach gutes Produkt für den Backbereich gefunden habe. Derzeit bekommst du dieses lebensmittelechte Abformsilikon-Set bei uns im Shop zu kaufen. Die Qualität ist absolut Super und die Anwendung ungefährlich.

Dieses Abformsilikon-Set ist intensiv von einem unabhängigen Labor getestet und freigegeben worden nach Norm FDA CFR 177.2600 / EC 1935/2004 and EU 10/2011 und sind geeignet für die Verwendung mit fettigen und wässrigen Lebensmitteln abhängig von der jeweiligen Produktvariante. Also super für Zuckerguss, Schokolade, Fondant und Teig.

Schritt für Schritt Anleitung für Silikonformen

So, fangen wir am besten gleich einmal an mit dem Moulds machen. Alles was du dafür benötigst bis auf das Silikon findest du wahrscheinlich schon in deinem Haushalt.

Was benötigst du für die Herstellung?

  • Du benötigst natürlich deine Abformvorlage. Ich nehme hier zwei verschiedene Herzen, die für eine Torte brauche.
  • Etwas Knete (normale weiche Spielzeugknete), als Unterlage für die Form.
  • Einen oder mehrere Plastikbecher worin du die Form herstellst.
  • Zwei Stifte als Abstandhalter. Ich nehme hier einfach zwei Frühstücksbretter.
  • Einen Ausrollstab zum ausrollen der Knete.
  • Und natürlich die lebensmittelechte Silikonmasse.

Ich empfehle dir für Moulds beim das Silikon mit den Härtegrad „Mittelhart“ zu wählen. Dieser Härtegrad ist in etwa mit einer industriell gefertigten Formen vergleichbar und eignet sich für so ziemlich alle Arten von Moulds. Wenn du sehr filigrane Sachen abformen willst, die vielleicht sogar noch Unterschneidungen haben, dann nimm lieber den Härtegrad „Weich“.

Das wird alles benötigt

Das wird alles benötigt

Schritt 1 – den Becher zuschneiden

Als Erstes musst du dir deine Gießform vorbereiten. Hierfür nimmst du am besten einen kleinen Plastikbecher. Ich habe die kleinen Becher von Speiseeis verwendet, da diese von der Stabilität gut geeignet waren.

Eisbecher als Gießform

Eisbecher als Gießform

Von diesem Becher schneidest du dann den Boden ab, so das nur noch der Seitenrand übrig bleibt. Den Becher kannst du dann immer wieder für deine Moulds benutzen.

Den Becher-Boden abschneiden

Den Becher-Boden abschneiden

Du kannst dafür aber auch einen Rahmen aus Pappe basteln. Wichtig ist nur, das die Form ein kleines Stück höher ist, als deine Abformvorlage, in meinem Fall die Herzvorlage.

Schritt 2 – die Unterlage

Als erstes musst du dir eine Unterlage schaffen. Sehr gut geeignet ist dafür ganz normale Knete aus dem Spielzeugladen. Ölbasierte Knete ist wahrscheinlich sogar noch besser, wegen eventueller Anhaftungen.

Die Knete rollst du mit dem Rollstab gleichmäßig aus. Dafür legst du dir rechts und links daneben Abstandhalter auf den Tisch, in meinem Fall die Frühstücksbretter. Damit bekommst du eine gleichmäßige Dicke der Knete ohne Unebenheiten hin. Aber aufpassen, das du wirklich keine Wellen in die Knete rollst.

Knete gleichmäßig  ausrollen

Knete gleichmäßig ausrollen

Wie viel Knete du benötigst, liegt an der Größe deines Abformgegenstandes. Du musst prüfen, ob der Becher umgedreht gut auf die Knete passt, ohne das er über dir Ränder schaut.

Schritt 3 – Das Werkstück positionieren

Jetzt nimmst du deine Formvorlage und legst Sie mit der Rückseite nach unten auf die Knete. Das Werkstück musst du noch etwas in die Knete drücken, damit nachher die Silikonmasse nicht hinter dein Werkstück läuft.

Werkstücke andrücken

Werkstücke andrücken

Werkstück andrücken

Werkstück andrücken

Wenn das passt, legst du den abgeschnittenen Becher umgedreht, also Becherrand nach unten, auf die Knete. Und drückst auch den Becher etwas in die Knete, damit nichts herauslaufen kann.

Becher in die Knete drücken

Becher in die Knete drücken

Wir benutzen hier einen umgedrehten Becher weil:

  1. der Rand gleichmäßig und vor Allem schön stabil ist,
  2. das Entnehmen des fertigen Silikon-Moulds auf Grunde der konischen Form des Bechers viel leichter geht.

Schritt 3 – Die Silikonform gießen

Jetzt geht’s an den Hauptteil, das vergießen. Wie vorhin schon erwähnt verwende ich hierfür ein Silikon mit Lebensmittelfreigabe.

Das Silikon kommt in einem Beutel daher, wo beide Komponenten im richtigen Mischungsverhältnis in getrennten Kammern vorhanden sind.

Abform-Silikon- Set im Beutel

Abform-Silikon- Set im Beutel

Um die beiden Komponenten zu vermischen musst du jetzt den Plastik-Trennsteg von dem Beutel entfernen und alles richtig gut durchkneten. So das alles gut vermischt ist.

Den Plastiksteg bekommst du ab, in dem du die schwarzen Kappen entfernst und dann vorsichtig an beiden Teilen des Beutels ziehst.

Eine kleine Ecke zum Ausgießen abschneiden

Eine kleine Ecke zum Ausgießen abschneiden

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Jetzt schneidest du eine kleine Ecke des Beutels ab und füllst damit vorsichtig deine vorhin vorbereitete Form.

Neue Abpackungen! Die Sets sind nur noch als Flaschen mit praktischem Dosierdeckel erhältlich. Es gibt jetzt 3 verschiedene Packungs-Größen: 250g, 500g, 1000g. Du musst dir dabei die gewünschte Menge nach Gewicht (Mischungsverhältnis 10:1) selber anmischen. Das hat den großen Vorteil, das du nicht gleich das gesamte Silikon aufbrauchen musst.

Zuerst träufelst du das Silikon vorsichtig in die Freiräume deiner Form. Und mach das alles auch schön langsam, damit sich keine Luftblasen bilden. Die Silikonmasse ist zwar selbstentlüftend, ab du solltest hier wirklich gewissenhaft arbeiten.

Silikon in die Form gießen

Silikon in die Form gießen

Zuerst alle Freiräume füllen

Zuerst alle Freiräume füllen

Das zweite Herzverfüllen

Das zweite Herzverfüllen

Du solltest darauf achten, das du dein Werkstück mindestens 5mm dick vollständig überdeckst. Sonst kann es dir nachher bei der Verwendung passieren, das deine fertige Silikonform bei Ausdrücken des Fondant reißt.

Das Werkstück mindestens 5mm bedecken

Das Werkstück mindestens 5mm bedecken

Übrigens die Silikonmasse ist für die Haut ungefährlich. Falls du mal was an den Finger bekommst, ist das nicht so schlimm. Einfach mit Spülmittel oder normaler Handseife die Hände waschen und fertig. Ich verwende hier trotzdem normale Einweghandschuhe, aber eher um das Silikon nicht zu verunreinigen.

Jetzt musst du deine Silikonform aushärten lassen. Das dauert zwischen 4 und 24 Stunden. Bei 25 °C Raumtemperatur hat es bei mir ca. 4 Stunden gedauert.

Abformsilikon Set mit Lebensmittelfreigabe

Schritt 5 – Das fertige Mould

Nachdem das Silikon ausgehärtet ist, kannst du dein Mould entnehmen. Dazu machst du als erstes die Knete vom Becher ab. Das geht recht leicht und es sollten auch keine Anhaftungen an der Silikonform bleiben.

Form von der Knete befreien

Form von der Knete befreien

Wenn das erledigt ist, musst du dein Mould aus dem abgeschnittenen Becher drücken. Auch das geht ohne viel Kraftaufwand und ohne, das etwas kleben bleibt. Die Knete und den Becher sind für weitere Moulds wieder verwendbar.

Das Silikon aus dem Becher drücken

Das Silikon aus dem Becher drücken

Nun musst du nur noch das Werkstück selber aus dem Silikon entnehmen. In meinem Fall ist das meine Herzvorlage. Schön vorsichtig, damit nichts am Werkstück hängen bleibt.

Werkstück entformen

Werkstück entformen

Eventuell muss du jetzt deine Silikonform noch ein wenig mit einem scharfen Messer bearbeiten und überschüssiges Silikon entfernen. Bei mir steht keine Silikon über, so das ich auch keine Nachbearbeitung machen muss.

Die fertige Silikonform

Die fertige Silikonform

Schritt 6 – Die Silikonform verwenden

Die fertige Form kannst du jetzt mit Fondant ausfüllen Dazu drückst du das Fondant Stück für Stück mit den Fingern oder einem Werkzeug in die Form. Überschüssiges Fondant, welches übersteht, schneidest du einfach mit einem scharfen Messer ab. Für die Glättung der Oberfläche ist ein Fondantglätter sehr gut geeignet.

Sehr gut ist auch Zuckerguss oder Schokolade zum Ausfüllen der Silikonform geeignet. Du erhältst so eine perfekte Dekoration für deine Torte.

Fondant aus der Form entnehmen

Fondant aus der Form entnehmen

Du kannst die Form nach dem Befüllen auch in den Kühlschrank oder kurz in das Tiefkühlfach legen. Damit bekommst du das Mould dann besser aus der Form heraus, da das Silikon auch bei Kälte geschmeidig bleibt. Das macht gerade bei Schokolade, Zuckerguss oder Blütenpaste Sinn.

Das fertige Fondant Herz

Das fertige Fondant Herz

Übrigens ist die Silikonform bis 260° Celsius Temperaturbeständig, so das du darin direkt etwas backen kannst. Und auf Grund der Lebensmittelechtheit brauchst du dir da auch keine Sorgen machen.

Fazit

Du siehst es ist sehr einfach, eigene individuelle Formen für deine Tortendekoration herzustellen. Der Zeitaufwand ist recht gering und du bekommst damit eine Deko für deine Torte, die nur du hast.

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Das lebensmittelechte Silikon bekommst du bei mir im Shop oder eBay. Aber pass auf, das auch wirklich eine Lebensmittelfreigabe dafür besteht. Man hat ja schon so einiges über Kunststofferzeugnisse und deren Folgen aus Fernost gelesen.

So und nun wünsche ich dir viel Spass bei selber moulden. Wenn dir die Anleitung gefallen hat oder wenn du Verbesserungsvorschläge hast, schreib einfach einen kleinen Kommentar hier unter dem Beitrag.

Abform Silikon Set - Mittelhart

Abform Silikon Set - Mittelhart
98

Lebensmittelfreigabe FDA

10/10

    Herstellen von Moulds und Backformen

    10/10

      Mischungsverhältnis 10:1

      9/10

        2 Komponenten (Gummi + Vernetzer)

        10/10

          Geruch und Geschmacklos

          10/10

            Pro

            • Lebensmittelecht
            • Absolut Geruchlos
            • Frei von Lösungsmitteln
            • Geringe Schrumpfung
            • Sehr elastisch

            Contra

            • bis 24 Std. Aushärtzeit

            Author: Anja

            Hallo, ich heiße Anja und bei Gelegenheit blogge ich hier über Themen, die mich persönlich interessieren. Vor allem über Dinge aus dem Haushalt und coole Rezepte. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, würde ich mich über ein Feedback sehr freuen.

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            8 Kommentare

            1. Hallo,mich würde interessieren ob man auch eine 3D Form ohne Probleme damit herstellen kann?
              LG Melanie

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              • Wenn du mit 3D-Form z.B. eine komplette Figur meinst, dann geht das. Du musst nur aufpassen, das die Vorlage keine Öffnungen hat und beim Abformen nicht voll läuft.

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            2. Kann ich auch meine Form mit kneten zusammenkneten und als Vorlage verwenden?

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              • Ja, das geht auch. Was du als Vorlage nimmst, ist dir überlassen.

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            3. Hallo,
              mich würde interessieren ob ich mit diesem Silikon auch Blütenblätter sprich Veiner selbst herstellen kann.
              Mir wir es eindeutig zu teuer die Veiner zu kaufen und die wäre (sofern es klappt) eine tolle alternative.

              Liebe Grüße
              Bettina

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              • Na sicher geht das. Du brauchst dafür aber eine Form, wo du das Original erst einmal abformst. Das geht mit Plasteline oder so. Das Silikon bekommst du in Flaschen, und brauchst dir nur soviel anrühren, wie du gerade benötigst. Den Rest kannst du für später aufheben.

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            4. Ich habe für meine Form leider zu wenig Silikon gehabt und musste nachbestellen, kann ich das auf das ausgehärtete dann “aufgießen“, oder blätter das später ab?
              Danke

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              • Nein, das geht nicht. Du musst die Form komplett neu gießen. Nachdem das Silikon abgebunden hat, besitzt es ja den Antihaft-Effekt. Damit würde neu aufgegossenes Silikon wieder abblättern.

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